Natürliche Moore ziehen beträchtliche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre, das sie als Kohlenstoff im Boden speichern. Werden sie jedoch zerstört, setzen sie große Mengen CO₂ frei, außerdem Lachgas (N₂O), das eine 300-mal so hohe Klimawirkung wie CO₂ hat. Unser Klima wird stark belastet.
Landwirtschaft ist unsere Ernährungsgrundlage und wird deshalb zurecht öffentlich gefördert. Doch die Bewirtschaftung von trockengelegten Moorflächen verursacht in Deutschland jedes Jahr hohe Klimaschäden. Paradoxerweise werden parallel mehr als 400 Millionen Euro ausgegeben, um die Moorlandwirtschaft mithilfe von EU-Subvention zu fördern. Rein volkswirtschaftlich betrachtet sind entwässerte Moorstandorten also kein lohnendes Geschäft.
Selbst die Umstellung von Ackerbau auf Grünlandbewirtschaftung bringt aus Klimaschutzsicht keinen nennenswert positiven Effekt. Bei intensiver Bearbeitung tritt in beiden Fällen in JEDEM Jahr so viel CO2 auf jedem Hektar aus, wie die Produktion und Lebensleistung eines Autos verursachen.
LandwirtInnen müssen daher dabei unterstützt werden, in bestimmten Gebieten auf Nassbewirtschaftung umzustellen. In den vergangenen Jahren gabe es bereits zahlreiche Projekte, um technische Notwendigkeiten und Verwertungspotenziale zu untersuchen.
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Dieses Ziel wird nur mit sehr konsequentem Moorschutz erreicht: Wenn in Deutschland die trockengelegten Moorflächen restauriert werden, könnten bis zu 35 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente im Jahr eingespart werden. Dafür müsste man in Deutschland jährlich mindestens 50.000 Hektar wiedervernässen. Das entspricht einer Fläche so groß wie der Bodensee.