Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar)

Namensherkunft

Ihren deutschen Namen bekam die Art wegen der leicht metallisch schimmernden Färbung, die bei den Weibchen auch als leichter Goldglanz wahrzunehmen ist. 

Systematische Einordnung

Unterfamilie: Grashüpfer (Gomphocerinae)

Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)

Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)

Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)

Klasse: Insekten (Insecta)

Kennzeichen

Bei der Großen Goldschrecke unterscheiden sich Männchen und Weibchen sowohl in der Färbung als auch in der Größe stark: Die Männchen zeichnen sich durch eine leuchtend grüne, leicht metallisch schimmernde Färbung aus. Die Weibchen, die eine Größe von etwa 22 bis 30 mm erreichen, sind bräunlich gefärbt,  mit leichtem Goldglanz der Oberfläche. Die Unterseiten der Hinterschenkel und Hinterschienen sind weinrot, manchmal gelb. Die Männchen sind wesentlich kleiner und erreichen nur eine Körperlänge von 16 bis 19 mm. Weibchen haben lappenförmig verkürzte Vorderflügel, wie auch alle Larvenstadien. Diese berühren sich fast in der Rückenmitte. Bei den Männchen sind die vorderen Flügel hingegen sehr lang, die Flügelenden der Vorderflügel erreichen fast das Hinterende des Tieres, während die Hinterflügel kaum vorhanden sind. Beide Geschlechter haben an den Hinterbeinen dunkle Knie.

Lebensweise/Ökologie

Die Große Goldschrecke besiedelt extensiv genutzte Feuchtwiesen, Grabenränder, Wiesenbrachen, Schlagfluren, Waldsäume und auch Halbtrockenrasen.

Die erwachsenen Tiere treten von Ende Juni bis September in Erscheinung. Die Art frisst neben Gräsern wie z. B. Pfeifengras auch krautige Pflanzen und Blätter von Sträuchern wie der Himbeere. Während der Paarungszeit sind manchmal minutenlange Wechselgesänge unterschiedlicher Männchen zu hören, weil der Gesang des einen die anderen zum Singen anregt.

Besonderheiten

Beide Geschlechter der Art sind in der Regel flugunfähig, gelegentlich treten jedoch langflügelige und so voll flugfähige Individuen auf, wie bei anderen Kurzfühlerschrecken auch. Vermutlich dient dies der Ausbreitung der ansonsten wenig mobilen Art in neue Lebensräume.

Das Weibchen legt seine Eier in die Stängel markhaltiger Sträucher wie Himbeere und Kratzdistel, oder auch in morsches Holz. Dazu versenkt sie ihr auf ein mehrfaches der Körperlänge ausgezogenes, teleskopartig ausgefahrenes Hinterteil weit in das Material. Die so abgelegten Eier werden durch ein rasch härtendes, schaumiges Sekret geschützt.

Gefährdung

Die individuenreichsten Bestände der Großen Goldschrecke innerhalb Deutschlands sind in den großen Flusstälern im Süden anzutreffen. Außerdem besiedelt sie auch gern feuchte, extensiv genutzte Wiesen abseits von Flüssen, die nicht gedüngt werden. Für die Eiablage benötigt die Art Brachebereiche, die in der heutigen Landschaft aktiv belassen werden müssen, indem etwa wechselnde Bereiche ausgespart werden. Die Große Goldschrecke gilt derzeit in Bayern als gefährdet, passende Lebensräume sind  leider weiterhin immer im Schwinden begriffen.

Maßnahmen

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