Dunkler Wiesenknopf- Ameisenbläuling (Phengaris nausithous)

Namensherkunft 

Der Name spiegelt die komplizierte Lebensweise der Art wieder: Zur Fortpflanzung ist sie nicht nur auf eine bestimmte Wirtspflanze, sondern zusätzlich auf eine bestimmte Ameisenart angewiesen ist. Weitere Namen sind Schwarzblauer "Wiesenknopf-Ameisenbläuling" und "Schwarzblauer Moorbläuling".

Systematische Einordnung

Familie: Bläulinge (Lycaenidae)

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)

Klasse: Insekten (Insecta)

Kennzeichen

Die Falter vom Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 35mm. Weibchen und Männchen sind unterschiedlich gefärbt: Die Flügel der männlichen Tiere sind oberseits bräunlich grau, leicht dunkelblau bestäubt mit breitem, schwarzgrauem Rand. Die Flügeloberseite des Weibchens hingegen ist einheitlich schwarzbraun gefärbt. Auf den bei beiden Geschlechtern grau- bis hellbraun gefärbten Flügelunterseiten verläuft eine einzige geschwungene Reihe brauner, weiß umrandeter Punkte, die am Saum fehlen. Dieses Merkmal unterscheidet sie von anderen Bläulingen. Die Raupen werden bis 13mm lang, sind dunkelrot, später hellrot bis gelblich.

Lebensweise/Ökologie

Die Schmetterlingsart lebt auf der Ebene und im angrenzenden Hügelland, bis maximal 600m NN. 

Der bevorzugte Lebensraum des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings sind wechselfeuchte, magere Wiesen in Fluss- und Bachtälern oder moorigen Bereichen. Voraussetzung für das Vorkommen ist das Vorhandensein vom Großen Wiesenknopf und der Rotgelben Knotenameise, mit denen die Schmetterlinge in totaler Abhängigkeit zusammenleben. Das gesamte Falter-Leben des Bläulings spielt sich auf den Blütenköpfchen des Großen Wiesenknopfes ab. Hier wird gesaugt, hier finden Balz und Paarung statt, hier werden die Eier abgelegt.

Die Hauptflugzeit der Schmetterlinge ist Juli und August.

Besonderheiten

Die Weibchen legen ihre Eier im Juli einzeln in den noch geschlossenen Knospen des Großen Wiesenknopfes ab. Die dort ausgeschlüpften Raupen fressen bis September die Blütenköpfe von innen auf und klettern dann auf den Boden. Da sie den Nestgeruch von Knotenameisen imitieren können, werden sie von diesen in deren Bau getragen. Einmal im Nest, werden sie wie Ameisenbrut gepflegt, obwohl sie sich bis zur Verpuppung parasitisch von deren Brut ernähren. Die Raupen verbleiben den ganzen Winter im Ameisenbau, verpuppen sich und schlüpfen auch dort. Nach dem Schlüpfen muss der fertige Schmetterling Hals über Kopf aus dem Nest fliehen, weil er nicht mehr in der Lage ist, den Geruch des fremden Nestes nach zu ahmen und so als Beute betrachtet wird. Auf dem Weg hinaus schützen ihn wollige Schuppen vor den bissigen Kiefern der Ameisen.

Gefährdung

Der Blauschwarze Wiesenknopf-Ameisenbläuling wird auf der Vornwarnliste der Roten Liste geführt. Die Art wird in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der Europäischen Union geführt.

Für ihren Erhalt sind von Mitte Juni bis Mitte September ungemähte Wiesen und Saumstrukturen mit dem blühendem Wiesenknopf notwendig. Wegen der besonderen Ansprüche der Ameisen an die Feuchtigkeit leben diese häufig an Grabenrändern, die deshalb auch große Bedeutung für den Erhalt des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings haben.

Im Palsweiser Moos ist das Hauptvorkommen der Art an den Grabenrändern und Säumen in intensiv, z. T. auch ackerbaulich genutzten, Bereichen zu finden. Kleinere Populationen leben auch auf den Streuwiesen im Kern des Maisacher Mooses.

Maßnahmen

Wir treffen vielfältige Maßnahmen um den Lebensraum und die Artenvielfalt zu erhalten.

» Mehr informationen

Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Erfahren Sie mehr über die einzigartige Pflanzen- und Tierarten im Palsweiser Moos.

» Artenvielfalt entdecken

Unterstützer erwünscht

Sie wollen mithelfen diese Naturlandschaft zu erhalten? Es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren.

» Kontakt aufnehmen

Projektträger

Der Niedermoorverbund Dachauer-Freisinger-Erdinger Moos

Das Maisacher Moos